Literaturbrevier

Adelbert von Chamisso: Peter Schlemihls wundersame Geschichte

Ich lag, wie Faffner[Fafnir, der Drache aus der Nibelungensage] bei seinem Hort, fern von jedem menschlichen Zuspruch, bei meinem Golde darbend, aber ich hatte nicht das Herz nach ihm, sondern ich fluchte ihm, um dessentwillen ich mich von allem Leben abgeschnitten sah.

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Nur vermisst ich ganz in ihm["philosophisches Gebäude"], was ich eben darin hätte suchen wollen, und so ward es mir zu einem bloßen Kunstwerk, dessen zierliche Geschlossenheit und Vollendung dem Auge allein zur Ergötzung diente.

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Es ist uns doch wundersam ergangen, wir haben viel Wohl und bitteres Weh unbedachtsam aus dem vollen Becher[Leben] geschlürft. Nun ist er leer; nun möchte einer meinen, das sei alles nur die Probe gewesen, und, mit kluger Einsicht gerüstet, den wirklichen Anfang erwarten.
[sagt der alte, alte Bendel]

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