Literaturbrevier

Christian Dietrich Grabbe: Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung

SCHULMEISTER. Du mußt [...] völlig das Maul halten, — dann denken sie, Donnerwetter, der muß viel zu verschweigen haben, denn er sagt kein Wort.

__

NATURHISTORIKER. Sie haben gewiß eine schwache Lunge!
TEUFEL. Nicht immer! Wenn ich in einem wohleingeheizten Ofen sitze, nicht!
NATURHISTORIKER. Wie? Sie setzen sich in einen wohleingeheizten Ofen?
TEUFEL. Ja, ich pflege mich bisweilen hineinzusetzen.
NATURHISTORIKER. Eine merkwürdige Gewohnheit! (Er schreibt es auf.)

__

TEUFEL. Ich heiße Teufel, aber ich bins wahrhaftig nicht!
NATURHISTORIKER. Mit wem denn haben wir die Ehre zu sprechen?
TEUFEL. Mit Teophil Christian Teufel, Generalsuperintendenten in herzoglich --schen Diensten, Ehrenmitgliede einer Gesellschaft zur Beförderung des Christentums unter den Juden, und Ritter des päpstlichen Zivilverdienstordens[...].

__

MOLLFELS. Und meine Nase! Hohoho, meine Nase! Die Menschheit schaudert davor zusammen! Unförmlich wie ein Tigergekrös, rot wie ein Fuchs, platt wie eine Erzählung von der Karoline Pichler und so kurz wie eine Sekunde!
LIDDY. Wie eine Sekunde! — Wie lang ist Ihr rechter Arm?
MOLLFELS. Ein Schaltjahr!

__