Literaturbrevier

Gottfried Keller: Sieben Legenden

Unversehens hielt der Reiter an, sprang vom Pferde und half der Dame mit den Gebärden eines vollkommenen Ritters aus dem Sattel. Kaum berührte ihr Fuß die Heide, so entsproß rings um das Paar ein mannshoher Rosengarten mit einem herrlichen Brunnen und Ruhesitz, über welchem ein Sternenhimmel funkelte, so hell, daß man bei seinem Lichte hätte lesen können.
(Die Jungfrau und der Teufel)

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Er[der seltsame Herr, der Teufel] warf sich leidenschaftlich an die Brust des schönen Weibes, welches seine Arme lächelnd öffnete; aber in demselben Augenblicke nahm die heilige Jungfrau ihre göttliche Gestalt an und schloß den Betrüger, der nun gefangen wawr, mit aller Gewalt in ihre leuchtenden Arme.
(Die Jungfrau und der Teufel)

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