Literaturbrevier

Das Buch Kohelet

  Was geschehen ist, wird wieder geschehen, / was man getan hat, wird man wieder tun: / Es gibt nichts Neues unter der Sonne.
(1,9)

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  Nur gibt es keine Erinnerung an die Früheren / und auch an die Späteren, die erst kommen werden,
auch an sie wird es keine Erinnerung geben / bei denen, die noch später komemn werden.
(1,11) [Vanitas]

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  Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit:
[...]
  eine Zeit zum Töten / und eine Zeit zum Heilen, / eine Zeit zum Niederreißen / und eine Zeit zum Bauen,
  eine Zeit zum Weinen / und eine Zeit zum Lachen, / eine Zeit für die Klage / und eine Zeit für den Tanz;
  eine Zeit zum Steinewerfen / und eine Zeit zum Steinesammeln, / eine Zeit zum Umarmen / und eine Zeit, die Umarmung zu lösen.
(3,1; 3,3-5)

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  Jetzt erkannte ich: Alles, was Gott tut, geschieht in Ewigkeit. Man kann nichts hinzufügen und nichts abschneiden und Gott hat bewirkt, dass die Menschen ihn fürchten.
(3,14)

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  Wer weiß, ob der Atem der einzelnen Menschen wirklih nach oben steigt, während der Atem der Tiere ins Erdreich hinabsinkt? [ανθροπος, siehe Herder]
(3,21)

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  Zwei sind besser als einer allein, falls sie nur reichen Ertrag aus ihrem Besitz ziehen.
  Denn wennsie hinfallen, richtet einer den anderen auf. Doch wehe dem, der allein ist, wenn er hinfällt, ohne dass einer bei ihm ist, der ihn aufrichtet.
  Außerdem:
Wenn zwei zwusammen schlafen, wärmt einer den andern; / einer allein — wie soll er warm werden?
(4,9-11)

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  Sie[Die Ungebildeten] verstehen nicht einmal, Böses zu tun.
(4,17b)

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  Sei nicht zu schnell mit dem Mund, ja selbst innerlich fiebere nicht, vor Gott das Wort zu ergreifen. Gott ist im Himmel, du bist auf der Erde, also mach wenig Worte!
  Im Traum schließt man viele Geschäfte ab, der Ungebildete macht viele Worte.
(5,1-2)

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  Wenn du beobachtest, dass in der Provinz die Armen ausgebeutet und Gericht und Gerechtigkeit nicht gewährt werden, dann wundere dich nicht über solche Vorgänge:
Ein Mächtiger deckt den andern, / hinter beiden stehen noch Mächtigere.
(5,7)

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  Was auch immer jemand war, er hat vorher schon seinen Namen bekommen; es war erkannt, dass er nur ein Mensch sein wird, und er kann nicht mit dem streiten, der mächtiger als er ist.
(6,10)

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  Es gibt viele Worte, die nur den Windhauch vermehren. Was nützt das dem Menschen?
(6,11)

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  Doch frag nicht: Wie kommt es, dass die früheren Zeiten besser waren als unsere? Denn deine Frage zeugt nicht von Wissen.
(7,10)

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  Wer Gott fürchtet, wird sich in jedem Fall richtig verhalten.
(7,18b)

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  Der Mensch erkennt nicht, ob er geliebt ist oder ob er verschmäht ist.
(9,1b)

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  Bedächtige Worte von Gebildeten hört man sich lieber an / als das Geschrei des Herrschers der Ungebildeten.
(9,17)

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