Literaturbrevier

François de La Rochefoucauld: Maximen und Reflexionen

8. Die Leidenschaft ist der einzige Redner, der immer überredet. Sie gleicht einer Kunst der Natur, deren Regeln unfehlbar sind; und der einfältigste Mensch, aus dem die Leidenschaft spricht, überzeugt mehr als der beredste ohne Leidenschaft.

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34. Wenn wir keinen Stolz hätten, würden wir uns nicht über den Stolz anderer beklagen.

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99. Die Höflichkeit des Geistes besteht darin, edle und zarte Dinge zu denken.

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121. Oft tut man Gutes, um ungestraft Böses tun zu können.

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251. Einigen Leuten stehen ihre Fehler gut, andere sind mit ihren guten Eigenschaften unangehnem.

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300. Es gibt Tollheiten, die sich wie Epidemien ausbreiten.

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311. Wenn es Menschen gibt, die niemals lächerlich erschienen sind, so liegt es daran, daß man sie nicht genug beobachtet hat.

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316. Schwache Menschen können nicht aufrichtig sein.

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361. Die Eifersucht wird stets mit der Liebe geboren, [...].

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405. Wir treten stets als Schüler in die verschiedenen Lebensalter ein, [...].

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414. Narren und Tröpfe sehen alles durch die Brille ihrer Laune.

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469. Man wünscht nie brennend, wenn man nur aus Vernunft wünscht.

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