Literaturbrevier

Niccolò Machiavelli: Der Fürst

Denn es gibt in Wahrheit kein sicheres Mittel, sie zu behalten, außer ihrer Vernichtung.

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Und wer Herr über eine Stadt wird, die gewohnt war frei zu sein, und sie nicht zerstört, mag sich darauf gefaßt machen, von ihr vernichtet zu werden.

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»Prorsus ut nihil ei regium deesse, praeter regnum, videretur.« (Justin, römischer Historiker)
(auf Deutsch: Es fehlte ihm, um König zu werden, nichts als das Königreich.)

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Denn Freundschaften, die man durch Geld und nicht durch Großmut und Seelenadel erwirbt, hat man zwar bezahlt, aber man besitzt sie nicht und kann sie in Zeiten der Not nicht in Anspruch nehmen.

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Aber man muß eine solche Fuchsnatur zu verschleiern wissen und ein großer Lügner und Heuchler sein: die Menschen sind so einfältig und gehorchen so sehr den Bedürfnissen des Augenblicks, daß derjenige, welcher betrügt, stets jemanden finden wird, der sich betrügen läßt.

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Die Menschen urteilen im allgemeinen mehr nach dem, was sie mit den Augen, als nach dem, was sie mit den Händen wahrnehmen. Denn allen ist vergönnt zu sehen, nur wenigen, zu berühren.

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