Literaturbrevier

Johann Nestroy: Die schlimmen Buben in der Schule

Sie sind kein wirklicher, sondern nur ein qua Schulgehilfe, ein qua Substitut, ein qua Supplent, und das von einem Magister, der auch nur qua Magister ist, also der Qua von einem Qua, folglich gänzlich qua-qua!

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W a m p l[Lehrer] (mit einschmeichelndem Tone). Warum weint denn mein Stanisläuschen?
S t a n i s l a u s. Weil ich in die Schul' gehn muß.
W i c h t i g[Vater] (zu Stanislaus). Wirst du still sein!
W a m p l. Er weint, weil er noch vieles zu lernen hat, möchte gern schon alle Wissenschaften absolviert haben, jedenfalls ein höchst lobenswerter Ehrgeiz!
S t a n i s l a u s. Spielen möcht' i!

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W i c h t i g (zu Wampl). Ich kann also darauf bauen und (mit geheimnisvoller Wichtigkeit einen gesiegelten Brief hervorziehend) diesen Brief absenden? Herr Wampl, es steht Ihnen eine große Überraschung bevor!
W a m p l (mit großer Spannung). Etwa gar — in bezug — betreffenderweise angelangend —?

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Und die Hauptlehre in jeder Sprach' wär' es wohl,
Genau anzugeb'n, wenn man's Maul halten soll.

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Auch poetisch zu schreib'n versucht jetzt alt und jung,
Und trotz Stahlfedern kriegt das Geschriebne kein' Schwung.
Da werd'n s' schiech[hässlich], werfen 's Tintenfaß weg, Knall und Fall,
Und tauchen von nun an die Feder in Gall';
Werd'n satirisch und bös', doch's mißlingt jeder Trumpf,
Keine Feder schreibt spitzig, wenn der Schreiber is stumpf.

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