Literaturbrevier

François Rabelais: Gargantua

So wurde Gargantua erzogen und machte täglich Fortschritte. Ihr könnt euch denken, daß ein junger Mann wie er, in Anbetracht seines Alters und mit gesundem Menschenverstand ausgestattet, bei so konsequenter Schulung großen Nutzen hiervon hatte. Schien diese zu Beginn auch schwierig zu sein, so erwies sie sich doch auf lange Sicht so wohltuend, so angenehm und so herrlich zu genießen, daß sie eher dem Zeitvertreib eines Königs glich als der Büffelei eines Schülers.

__

»Warum«, fragte Gargantua, »hat Bruder Johannes eine so schöne Nase?
[...] »Hottehü!« rief der Mönchaus. »Nach der richtigen Mönchsphilosophie liegt das daran, daß meine Amme schöne weiche Brüste hatte, und wenn sie mich stillte, versank meine Nase darin wie in Butter. Da konnte sie aufgehen und wachsen wie Teig in einem Backtrog. Wenn die Brüste der Ammen hart sind, kriegen die Kinder platte Nasen. Immer lustig, immer lustig! Ad formam nasi cognosticur. [An der Form der Nase erkennt man]

__

Aber selig ist der, der seinen Glauben nicht aufgibt und immer geradewegs dem Ziel entgegenstrebt.

__